140 Jahre Pappenfabrik Obenauf: Ein Stück Industriegeschichte feiert Zukunft
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Rund 120 Gäste würdigen am Standort in Bad Harzburg-Eckertal die 140-jährige Geschichte des traditionsreichen Unternehmens – Mitarbeiter, Familien, Geschäftspartner, Politik und Medien gemeinsam zu Gast
140 Jahre Unternehmensgeschichte sind ein außergewöhnliches Jubiläum – insbesondere in einer Zeit, in der sich Märkte, Technologien und wirtschaftliche Rahmenbedingungen immer schneller verändern. Die Pappenfabrik Obenauf, die A. Obenauf GmbH & Co. KG, hat am vergangenen Samstag, dem 29. August 2026, ihr 140-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 120 Gäste kamen am Unternehmensstandort in Bad Harzburg-Eckertal zusammen, um auf die Geschichte des Unternehmens zurückzublicken und zugleich den Blick nach vorn zu richten.
„140 Jahre Obenauf sind vor allem 140 Jahre Engagement, Veränderungsbereitschaft und Vertrauen“, sagt Alexander Wietasch, Gesellschafter und Geschäftsführer der A. Obenauf GmbH & Co. KG. „Wir blicken mit großem Respekt auf die Menschen zurück, die dieses Unternehmen über Generationen aufgebaut und weiterentwickelt haben. Gleichzeitig wollen wir das Jubiläum nicht nur als Rückblick verstehen. Es ist für uns vor allem ein Anlass, gemeinsam nach vorne zu schauen.“
Ein Jubiläum, das Generationen verbindet
Eröffnet wurde der offizielle Teil der Feier durch Alexander Wietasch, Gesellschafter und Geschäftsführer der A. Obenauf GmbH & Co. KG. Um 15:00 Uhr eröffnete er das Buffet und begrüßte die Gäste zum gemeinsamen Essen und Austausch.
Auch Tobias Neidhardt, der das Unternehmen 1994 von seinem Vater Dieter Neidhardt übernommen und über drei Jahrzehnte geführt hatte, richtete einige Worte an die Gäste.
Dabei wurde deutlich, dass der diesjährige Geburtstag für Neidhardt ein ganz besonderer Moment war. Nach Jahrzehnten an der Spitze der Pappenfabrik ist er froh, mit Alexander Wietasch einen fähigen Nachfolger gefunden zu haben.
Dass die Firma heute nicht innerhalb der Familie weitergeführt wird, sieht Neidhardt dabei nicht als Ende einer Familientradition. Entscheidend sei vielmehr, dass die Geschichte von Obenauf weitergeschrieben werde. Genau darin liegt auch die besondere Bedeutung des Generationswechsels: Die Verantwortung hat 2024 erstmals ein familienexterner Nachfolger übernommen – die Werte, das Wissen und die Geschichte des Unternehmens bleiben jedoch erhalten.
„Der Wechsel 2024 war ein wichtiger Schritt, um Obenauf für die kommenden Jahrzehnte aufzustellen“, erklärt Wietasch. „Dabei geht es nicht darum, Bewährtes über Bord zu werfen. Im Gegenteil: Unsere Aufgabe ist es, die Erfahrung und das Know-how des Unternehmens zu bewahren und gleichzeitig neue Impulse zu setzen.“
Ein Jubiläum für die Menschen hinter dem Unternehmen
Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier am 29. August standen deshalb nicht allein Maschinen, Produkte und Jahreszahlen, sondern vor allem die Menschen, die Obenauf geprägt haben und heute prägen.
Rund 120 Gäste – darunter Beschäftigte und ihre Familien, viele ehemalige Mitarbeitende, Geschäftspartner, Vertreter der Stadt Bad Harzburg sowie Medienvertreter – nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum gemeinsamen Rückblick auf die Unternehmensgeschichte.
Auch Bürgermeister Ralf Abrahms würdigte die Bedeutung des traditionsreichen Unternehmens für Bad Harzburg und die Region. Abrahms verbindet mit der Pappenfabrik nicht nur sein heutiges Amt als Bürgermeister der Stadt, sondern auch eine ganz persönliche Geschichte: Während seines Studiums arbeitete er viele Jahre bei Obenauf. Mit persönlichen Anekdoten aus seiner Zeit im Unternehmen ließ er die Geschichte der Pappenfabrik für die Gäste noch einmal lebendig werden.
Die Anwesenheit des französischen Fernsehteams von TF1 unterstrich darüber hinaus die überregionale Aufmerksamkeit, die das 140-jährige Bestehen des Unternehmens inzwischen erfährt.
Neben Gesprächen, Essen und den offiziellen Beiträgen stand für die Gäste auch die Möglichkeit offen, die Pappenproduktion unmittelbar kennenzulernen. Geschäftsführer Christoph Klemm bot Führungen durch das Werk an und gab den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die Produktionsabläufe.
Damit konnten die Gäste das Unternehmen nicht nur aus den Erzählungen der Redner kennenlernen, sondern auch dort erleben, wo täglich aus recyceltem Altpapier hochwertige Vollpappen entstehen.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war das Jubiläum zugleich ein besonderer Moment: Viele verbinden mit Obenauf nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern ein Stück regionaler Industriegeschichte. Über Jahrzehnte hinweg wurden Wissen, Erfahrung und handwerkliches sowie technisches Können weitergegeben.
1886 gegründet – und immer wieder neu erfunden
Die Geschichte der Pappenfabrik Obenauf beginnt im Jahr 1886. Damals gründete Arno Obenauf in Cämmerswalde eine Pappen- und Kartonagenfabrik. 1928 erwarb er die Pappenfabrik Eckertal und legte damit einen wichtigen Grundstein für die spätere Entwicklung des Unternehmens am heutigen Standort.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion 1946 mit Unterstützung der Familie Neidhardt wieder aufgenommen. 1959 folgte eine für die weitere Entwicklung entscheidende Veränderung: Obenauf stellte von Holzschliff auf die Verarbeitung von Altpapier um.
1964 nahm das Unternehmen die erste vollautomatisierte Wickelpappenstraße in Betrieb und setzte damit einen weiteren technologischen Meilenstein. 1994 übernahm Tobias Neidhardt die Unternehmensführung von seinem Vater Dieter Neidhardt und führte Obenauf durch die folgenden Jahrzehnte.
2024 folgte schließlich der bislang jüngste große Einschnitt in der Unternehmensgeschichte: Alexander Wietasch übernahm als erster familienexterner Nachfolger die Gesellschaft und die Geschäftsführung.
Damit ist die Geschichte von Obenauf selbst ein Beispiel für Wandel und Anpassungsfähigkeit: Das Unternehmen hat sich in 140 Jahren immer wieder verändert, ohne seine Identität zu verlieren.
140 Jahre Geschichte – aber der Blick geht nach vorn
Die Jubiläumsfeier machte deutlich, dass 140 Jahre Unternehmensgeschichte bei Obenauf nicht für Stillstand stehen. Im Gegenteil: Die Geschichte des Unternehmens ist geprägt von Veränderung – von der Gründung im Jahr 1886 über die Umstellung auf Altpapier, technologische Entwicklungsschritte und mehrere Generationenwechsel bis hin zur heutigen Ausrichtung auf nachhaltige Spezialpappen.
„Wir wollen die nächsten 140 Jahre natürlich nicht einfach genauso weitermachen wie die vergangenen 140“, so Alexander Wietasch. „Aber wir wollen uns auf das besinnen, was Obenauf immer stark gemacht hat: technische Kompetenz, Verlässlichkeit, Qualität, Bodenständigkeit und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln. Genau darauf bauen wir unsere Zukunft.“
Mit dem Jubiläum am 29. August 2026 hat die Pappenfabrik Obenauf daher nicht nur auf eine außergewöhnlich lange Unternehmensgeschichte zurückgeblickt. Sie hat zugleich ein Signal für die Zukunft gesetzt: 140 Jahre Tradition können eine starke Grundlage für Innovation, Nachhaltigkeit und weiteres Wachstum sein.