Andritz: Weltweit erste Anlage zur Erzeugung von Schwefelsäure aus geruchsbelastenden Gasen im Klabin-Zellstoffwerk gestartet

  • Nachhaltige ANDRITZ-Technologien ermöglichen die Produktion handelsüblicher Schwefelsäure aus den geruchsbelasteten Gasen der Fabrik, womit das Werk hinsichtlich Schwefelsäure autark wird
  • Die Anlage ist Teil der ANDRITZ-Initiative „CircleToZero“, die auf die Eliminierung ungenutzter Nebenströme fokussiert. Ziel ist die Entwicklung neuer Produkte mit Mehrwert sowie einer emissions- und abfallfreien Produktion
Die Schwefelsäureanlage am Werk Ortigueira von Klabin ist die erste weltweit, die handelsübliche, konzentrierte Schwefelsäure in einer Zellstofffabrik produziert
© IKPC Indústrias Klabin de Papel e Celulose S.A.
07.10.2022
Quelle:  Firmennews

Klabin hat eine von ANDRITZ gelieferte Schwefelsäureanlage am Standort Ortigueira/PR, Brasilien, erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage ist die erste ihrer Art weltweit und kann 150 Tagestonnen handelsüblicher Schwefelsäure aus konzentrierten, geruchsbelasteten Gasen und Elementarschwefel herstellen. Sie bedient die Zellstofflinien der Puma-Anlage von Klabin und macht durch die Wiederaufbereitung von Schwefelsäure aus den Abfallströmen den Standort hinsichtlich der Schwefelsäureversorgung vollkommen autark.

Die Schwefelsäureanlage hilft Klabin, die Natrium- und Schwefelbilanz (Na/S) sowie die Sulfidität des Werks zu steuern. Außerdem wird dank der optimierten NA/S-Bilanz weniger Sulfat ausgetragen, wodurch die Ressourceneffizienz des Standorts erhöht wird. Darüber hinaus müssen zukünftig keine Gefahrengüter wie Schwefelsäure zur Anlage transportiert werden. Die Anlage optimiert die Verwendung von Ressourcen und senkt das tägliche Transportvolumen zum Wohle der Umgebung erheblich. Da die Schwefelsäureanlage strenge Emissionsgrenzwerte einhält, verbessert das Verfahren den gesamten ökologischen Fußabdruck des Werks Ortigueira erheblich.

João Antônio Braga, Direktor Projekte und Engineering bei Klabin, sagt, „Der Betrieb der Schwefelsäureanlage in der Puma-Unit, Ortigueira, bedeutet einen deutlichen Fortschritt hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft der Fabrik. Durch die neue Anlage ist Puma in Bezug auf die Schwefelsäureversorgung autark, und überschüssige Produktion kann am Markt verkauft werden. Diese innovative Technologie – weltweit erstmalig in dieser Industrie – unterstützt unsere Bemühungen, die Produktivität zu steigern und ist ein wichtiger Meilenstein in unserem Bestreben, unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.“

Walter de Oliveira, Klabin-Projektmanager für Rückgewinnung und Ressourcen, fügt hinzu, „Wir erreichen die Qualitätsparameter, und die Schwefelsäure wird in mehreren Prozessen im Betrieb als Ersatz für die vorher verwendete, handelsübliche Säure erfolgreich eingesetzt. Neben Ressourcenoptimierung bringt die Installation der Anlage eine größere Unabhängigkeit, weil wir mit unserem Schwefelsäurebedarf nicht von einem externen Lieferanten abhängig sind.“

Der ANDRITZ-Lieferumfang umfasste Technologien auf EPCC-Basis für den Transport von Elementarschwefel sowie zur Verbrennung von Schwefel und konzentrierten, nicht kondensierbaren Gasen (NKG) zur Bildung von Schwefeldioxid (SO2). Ein umfassendes Rauchgasreinigungssystem ist ebenfalls Teil des Lieferumfanges.

ANDRITZ-Schwefelsäureanlagen sind Teil der Unternehmensinitiative CircleToZero, welche Technologien für die Verringerung und/oder Beseitigung von Abfall aus Zellstofffabriken umfasst. Diese globale Initiative für Kunden im Bereich Papier und Zellstoff verbindet die kontinuierliche Entwicklung und Verbesserung der bestehenden technologischen Lösungen von ANDRITZ mit einem ehrgeizigen Innovationsziel für die Zukunft: ungenutzte Nebenströme zu eliminieren, neue Produkte mit Mehrwert zu schaffen und die Basis für eine emissionsfreie und abfallfreie Produktion zu legen.

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