Ein langsamer Niedergang – neuer Statistikbericht zeigt, warum Europas Papierindustrie jetzt Aufmerksamkeit benötigt

Der „Key Statistics Report 2025“ der CEPI verdeutlicht, dass die europäische Papierindustrie zunehmend einem langsamen und anhaltenden Abbau ihrer industriellen Basis ausgesetzt ist – und das zu einer Zeit, in der ihr Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, zu den Klimazielen und zur strategischen Autonomie Europas nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist.

Cepi Key Statistics Report 2025
© Cepi aisbl
24.07.2026
Quelle:  Firmennews

Die Papier- und Kartonproduktion ging im Jahr 2025 um 1,6 % auf 77,4 Millionen Tonnen zurück, was eher eine anhaltende Korrektur nach dem pandemiebedingten Anstieg als eine Rückkehr zu stabilem Wachstum widerspiegelt. Marktzellstoff, der einen strategischen, aber relativ geringen Anteil an der Produktion des Sektors ausmacht, verzeichnete ein Wachstum von 1,0 %. Erste Anzeichen aus dem Jahr 2026 deuten auf eine anhaltende Abschwächung hin, wobei die Produktion im ersten Quartal im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2025 bereits um 2,4 % zurückgegangen ist.

Zwar ist die Gesamtnachfrage nur leicht zurückgegangen, doch verbirgt sich dahinter ein bedeutender Strukturwandel. Die Produktion von Verpackungspapieren blieb stabil, trotz eines deutlichen Rückgangs bei Karton (-5,4 %), während die Produktion von Druckpapieren stark zurückging (-7,3 %). Insgesamt, ohne Berücksichtigung von Druckpapieren, erschien die europäische Produktion im Jahr 2025 relativ stabil, lag jedoch immer noch 7,0 % unter den Rekordwerten von 2021. Dies spiegelt einen sich verschärfenden globalen Wettbewerb wider, dessen Auswirkungen durch ein schwieriges geopolitisches Umfeld noch verschlimmert werden.

Die Branche hat in den letzten drei Jahren kontinuierlich Produktionskapazitäten eingebüßt, während der Importanteil einen Rekordwert von 7,7 % des EU-Verbrauchs erreichte. Die Exporte machen zwar nach wie vor mehr als 20 % der Produktion aus, doch hat sich die EU-Handelsbilanz im Jahr 2025 leicht verschlechtert. Staatliche Förderungen aus dem Ausland und asymmetrische Marktbedingungen belasten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.

Dies geschieht trotz der starken Nachhaltigkeitsbilanz der Zellstoff- und Papierhersteller. Die Zellstoff- und Papierhersteller haben ihre spezifischen CO2-Emissionen im Jahr 2025 um 10,2 % gesenkt, betreiben weiterhin das weltweit effektivste Recyclingsystem und beziehen einen historischen Höchstwert von 92 % ihres Holzes sowie fast ihr gesamtes Recyclingmaterial aus Europa – damit verkörpert die Branche den aktuellen „Moment der Unabhängigkeit“ Europas.

Insgesamt deuten die Daten aus dem „Key Statistics Report 2025“ der Cepi auf eine klare politische Notwendigkeit hin. Ohne rechtzeitiges Handeln riskiert Europa einen schrittweisen Verlust an industrieller Kapazität in einem Sektor, der für die Märkte für schnelllebige Konsumgüter, die Logistik, den Hygienebereich und die Entwicklung biobasierter Alternativen zu fossilintensiven Materialien von entscheidender Bedeutung ist – Alternativen, die es Europa ermöglichen würden, bis 2030 ein globales Marktpotenzial von 6,6 Billionen Euro in den aufstrebenden Märkten der Bioökonomie zu erschließen.

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