John Law: Der Pionier des modernen Papiergelds

John Law of Lauriston war ein visionärer schottischer Nationalökonom und Bankier, der das europäische Finanzwesen revolutionierte. Seine innovativen Ideen zum Papiergeld prägten die moderne Geldpolitik nachhaltig.

Geldscheine
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20.04.2026
Quelle:  Text mit KI generiert

Frühe Jahre und Ausbildung zum Finanzgenie

John Law wurde am 16. April 1671 in Edinburgh als fünftes von zwölf Kindern geboren. Sein Vater William Law war Innungsmeister der Goldschmiede und Geldverleiher. Nach dem frühen Tod des Vaters 1688 ging Law nach London und betätigte sich als professioneller Glücksspieler. Seine außergewöhnliche Begabung für Kopfrechnen half ihm, Gewinnchancen blitzschnell zu kalkulieren.

1694 musste Law nach einem tödlichen Duell auf den Kontinent fliehen. Diese Zeit nutzte er, um das Finanzsystem der Bank von Amsterdam intensiv zu studieren und seine wirtschaftstheoretischen Kenntnisse zu vertiefen.

Die Revolution des Papiergelds

Law erfand zwar nicht das europäische Papiergeld - die Bank von Amsterdam gab bereits seit 1609 Banknoten aus. Seine bahnbrechende Innovation lag jedoch in einem völlig neuen Deckungskonzept: Statt nur Edelmetalle verwendete er auch Grundvermögen und zukünftige Ertragsaussichten zur Absicherung des Notenumlaufs.

Dieses revolutionäre System sollte Deflation verhindern und Handel sowie Gewerbe mit ausreichend Liquidität versorgen - ein Konzept, das erst im 20. Jahrhundert als geeignet anerkannt wurde.

Aufstieg und Fall in Frankreich

1715 wurde Law Chef der Banque Générale in Paris und Freund des Regenten Philipp von Orléans. 1720 ernannte ihn der Regent zum obersten Finanzkontrolleur Frankreichs - dem höchsten Amt nach dem König.

Als Direktor der Mississippi-Kompanie fusionierte Law alle außereuropäischen Handelsmonopole Frankreichs. Er wurde nicht nur schwerreich, sondern kontrollierte praktisch ein Drittel Nordamerikas.

Seine sozialpolitischen Reformen waren revolutionär: Er wollte zahllose Verbrauchsteuern durch einkommensabhängige Steuern ersetzen und alle Monopole in staatliche Regie überführen.

Die Mississippi-Blase und das Ende

Laws System scheiterte 1720 an der unkontrollierten Ausweitung der Papierbanknoten-Emission durch einflussreiche Entscheidungsträger in Paris. Die resultierende Spekulationsblase endete in einer gewaltigen Finanzkatastrophe.

Nach seinem Sturz flüchtete Law über Brüssel nach Venedig, wo er als Gemäldehändler arbeitete. Er starb am 21. März 1729 an einer Lungenentzündung.

Bedeutung für die moderne Finanzwelt

Karl Marx bezeichnete Law als "eine Mischung aus einem Schwindler und einem Propheten." Tatsächlich war er seiner Zeit weit voraus. Seine Ideen zur Geldpolitik gelten heute als wegweisend für moderne Zentralbanksysteme.

Laws Vision einer flexiblen, auf Vertrauen basierenden Geldordnung legte den Grundstein für unser heutiges Finanzsystem und macht ihn zu einem der einflussreichsten Finanzpioniere der Geschichte.

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