Lesezeichen aus Papier - Traditionelle Buchbegleiter im digitalen Zeitalter

Lesezeichen sind seit Jahrhunderten treue Begleiter für Buchliebhaber. Diese flachen Objekte, die als Markierungen in Büchern dienen, haben eine faszinierende Geschichte und sind trotz der zunehmenden Digitalisierung des Lesens nach wie vor beliebt.

Buch mit Lesezeichen
© Bild von Aritha auf Pixabay
23.02.2026
Quelle:  Verschiedene Quellen im Internet

Die Geschichte der Lesezeichen

Die Ursprünge der Lesezeichen reichen weit zurück. Das älteste erhaltene Exemplar stammt aus dem 6. Jahrhundert und wurde in Ägypten gefunden. Es bestand aus Leder und war mit Ornamenten verziert. Historische Funde deuten darauf hin, dass Lesezeichen bereits seit dem 1. Jahrhundert in Gebrauch waren.

Im Mittelalter nutzten Mönche in europäischen Klöstern verschiedene Formen von Lesezeichen, darunter Leserädchen, Lesebändchen und Stecklesezeichen. Während der Renaissance wurden bevorzugt Seidenbänder und Textilstreifen verwendet, oft mit Knoten oder Knöpfen versehen, um das Herausrutschen zu verhindern.

Eine wahre Blütezeit erlebten Lesezeichen im 19. Jahrhundert, als die Herstellung gestickter Exemplare unter viktorianischen Damen in Mode kam. 1862 begann Thomas Stevens in England mit der maschinellen Produktion von Seidenlesezeichen, die mit farbenprächtigen Bildern verziert waren.

Materialvielfalt bei Lesezeichen

Obwohl Papier und Karton bis heute die am häufigsten verwendeten Materialien für Lesezeichen sind, gibt es eine beeindruckende Vielfalt an Alternativen:

  • Textilien: Besonders Seide wurde seit dem 19. Jahrhundert für hochwertige Lesezeichen verwendet.
  • Metalle: Seit dem späten 19. Jahrhundert werden Silber, Messing, Zinn und vergoldetes Metall für elegante Stecklesezeichen genutzt.
  • Naturmaterialien: Holz, Horn, Knochen, Elfenbein, Perlmutt und Leder fanden trotz aufwendigerer Verarbeitung Verwendung.
  • Kunststoffe: Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden auch synthetische Materialien eingesetzt.
  • Moderne Varianten: Heute gibt es sogar magnetische Lesezeichen, die sich selbst am Buchblatt fixieren.

Lesezeichen im digitalen Zeitalter

Trotz der wachsenden Popularität von E-Books haben traditionelle Lesezeichen aus Papier nicht an Bedeutung verloren. Während digitale Bücher automatische Lesezeichen-Funktionen bieten, schätzen viele Leser physischer Bücher nach wie vor die haptische Qualität eines schönen Lesezeichens.

Lesezeichen erfüllen heute oft mehr als nur ihren ursprünglichen Zweck. Sie dienen als Sammelobjekte, Geschenkartikel und Werbemittel. Besonders Buchhandlungen, Verlage und Bibliotheken nutzen Lesezeichen als kostengünstige Werbeträger mit hohem Wiedererkennungswert.

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