Metsä Group und ANDRITZ nehmen Demoanlage für neue Lignin-Produkte in Betrieb

Metsä Group und ANDRITZ haben eine neue Demonstrationsanlage zur Aufbereitung von Lignin im Zellstoffwerk von Metsä in Äänekoski, Finnland, in Betrieb genommen. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu kreislauforientierten, erneuerbaren Materiallösungen.

Metsä Group und ANDRITZ haben eine neue Demonstrationsanlage zur Aufbereitung von Lignin im Zellstoffwerk von Metsä in Äänekoski, Finnland, in Betrieb genommen.
© Andritz AG
13.02.2026
Quelle:  Firmennnews

Die Anlage wird es der Metsä Group ermöglichen, neue Lignin‐Produkte in ihr Portfolio aufzunehmen, während ANDRITZ seine LigniOxTM‐Technologie zur Lignin‐Rückgewinnung erstmals im Demonstrationsmaßstab einsetzt. Weiters an dem Projekt beteiligt ist Dow, ein führendes Unternehmen in der Materialforschung, das mit Metsä Group und ANDRITZ zusammenarbeitet, um mit dem modifizierten Lignin aus der Demoanlage biobasierte Weichmacher für Beton‐ und Gipsanwendungen zu entwickeln.

Lignin ist ein natürlicher Bestandteil von Holz, der die Holzfasern miteinander verbindet. In der Zellstoffproduktion wird Lignin von den Fasern getrennt und gelangt in die Schwarzlauge, wo es typischerweise als Bioenergie genutzt wird. Wenn man einen Teils dieses Lignins für chemische und stoffliche Anwendungen nutzt, verbessert dies die Ressourceneffizienz des Zellstoffwerks und hilft, fossile Rohstoffe zu ersetzen.

Laut Ismo Nousiainen, CEO von Metsä Fibre, einem Unternehmen der Metsä Group, ist das Ziel, den Rohstoff Holz und die Nebenströme der Zellstoffproduktion so effizient wie möglich zu nutzen und den größtmöglichen Mehrwert zu schaffen. „Lignin wird traditionell als Bioenergie genutzt. Es gibt jedoch eine Reihe weiterer potenzieller Anwendungen, bei denen Lignin fossile Rohstoffe ersetzen kann. Zweck der Demoanlage ist es, die Funktionalität des Produktionsprozesses und die Eigenschaften des Produkts sowie dessen Markteignung zu bestätigen. Wenn alles nach Plan läuft, wäre der nächste Schritt die Planung und der mögliche Bau einer Anlage im Produktionsmaßstab,“ so Nousiainen.

ANDRITZ beschäftigt sich intensiv mit Lösungen für die Kreislaufwirtschaft und entwickelt im Zuge dessen Konzepte zur Lignin-Rückgewinnung und -Modifizierung, die Nebenströme aus Zellstoffanlagen in wertschöpfende Produkte umwandeln. Kari Tuominen, CEO von ANDRITZ Oy, sagte: „Dieses Projekt zeigt, wie übergreifende Zusammenarbeit ganze Branchen neu gestalten kann. Gemeinsam erschließen wir das Potenzial von Lignin, um grünere und innovative Lösungen für morgen bereitzustellen und die Abhängigkeit von fossilen Materialien zu reduzieren.“

Die Partner arbeiteten zuvor im Rahmen des EU‐Projekts LigniOx zusammen, das vom VTT Technical Research Centre of Finland koordiniert wurde. Dabei wurde im Pilotmaßstab gezeigt, dass modifiziertes Lignin als Ersatz für fossile Chemikalien in der Betonproduktion geeignet ist. Das aktuelle Projekt bringt die Technologie auf Demonstrationsmaßstab und unterstützt die künftige Umsetzung einer kommerziellen Produktion und damit den Umstieg auf erneuerbaren Materialien. Es verdeutlicht, wie die Zusammenarbeit von Industriebetrieben, unterstützt durch Partnerschaften mit Forschungs‐ und Technologieorganisationen wie VTT, den Wandel zu einer kohlenstoffarmen Kreislaufwirtschaft vorantreiben kann.

Das könnte Sie auch interessieren


 

Ausgewählte Topnews aus der Papierindustrie