Neue Euro-Banknoten: Jetzt mitentscheiden beim Design der Zukunft
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Die Euro-Scheine bekommen ein frisches Gesicht – und Sie dürfen mitbestimmen! Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zehn innovative Designentwürfe für die neuen Euro-Banknoten vorgestellt und lädt alle Bürgerinnen und Bürger zur Online-Abstimmung ein. Bis zum 21. September 2026 können Sie Ihren Favoriten wählen und damit aktiv die Zukunft unseres Bargeldes mitgestalten.
Warum erhalten die Euro-Banknoten ein neues Design?
Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Einführung des Euro im Jahr 2002 ist es Zeit für eine Modernisierung. Die aktuellen Banknoten zeigen abstrakte Brücken und Tore – eine bewusst neutrale Gestaltung, um bei der Euro-Einführung kein Land zu bevorzugen. Doch die Zeiten haben sich geändert.
Die neuen Euro-Scheine verfolgen mehrere wichtige Ziele:
- Stärkung der europäischen Identität: Die neuen Designs sollen die gemeinsame Identität der EU-Staaten greifbarer machen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betont: "Euro-Banknoten sind mehr als ein Zahlungsmittel – sie sind eine der greifbarsten Ausdrucksformen Europas."
- Verbesserte Sicherheitsmerkmale: Moderne Fälschungsschutztechnologien erschweren Kriminellen das Handwerk und schützen Verbraucher vor Falschgeld.
- Nachhaltigkeit und Langlebigkeit: Die neuen Banknoten werden umweltfreundlicher produziert und halten länger.
- Barrierefreiheit: Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sollen die verschiedenen Stückelungen künftig leichter unterscheiden können.
Zwei Motivwelten stehen zur Auswahl
Die grundsätzliche Motivauswahl steht bereits fest – auch hier konnten EU-Bürger in einer Vorabumfrage ihre Meinung äußern. Zwei Themenwelten haben sich durchgesetzt:
Europäische Kultur – Persönlichkeiten, die Europa prägten
Diese Designreihe zeigt bedeutende Persönlichkeiten der europäischen Kulturgeschichte:
5-Euro-Schein: Maria Callas (Sängerin)
10-Euro-Schein: Ludwig van Beethoven (Komponist)
20-Euro-Schein: Marie Curie (Wissenschaftlerin)
50-Euro-Schein: Miguel de Cervantes (Schriftsteller)
100-Euro-Schein: Leonardo da Vinci (Künstler)
200-Euro-Schein: Bertha von Suttner (Schriftstellerin, Friedensnobelpreisträgerin)
Die Rückseiten zeigen lebendige kulturelle Szenen wie Straßenkunst, Kinderchor oder Bibliotheken.
Flüsse und Vögel – Europas natürliche Vielfalt
Die zweite Motivwelt setzt auf die Darstellung europäischer Natur:
5-Euro-Schein: Mauerläufer
10-Euro-Schein: Eisvogel
20-Euro-Schein: Schwarm von Bienenfressern
50-Euro-Schein: Weißstorch
100-Euro-Schein: Säbelschnäbler
200-Euro-Schein: Basstölpel
Auf den Rückseiten sind wichtige EU-Gebäude wie das Europäische Parlament, die Europäische Kommission oder die EZB abgebildet.
Zehn Designentwürfe – Ihre Stimme zählt!
Aus einem EU-weiten Designwettbewerb mit über 1.200 Bewerbungen hat die EZB zehn finale Entwürfe ausgewählt. Jetzt sind Sie gefragt: Welche grafische Umsetzung gefällt Ihnen am besten?
Die zehn ausgewählten Grafikdesigner haben die vorgegebenen Motive kreativ interpretiert – von klassisch-elegant bis modern-abstrakt. Jeder Entwurf bietet eine eigene visuelle Sprache und Herangehensweise.
So funktioniert die Abstimmung
Die Teilnahme ist denkbar einfach:
- Besuchen Sie die offizielle Abstimmungsseite der EZB
- Klicken Sie sich durch alle zehn Designentwürfe
- Bewerten Sie jeden Entwurf nach Ihrem persönlichen Geschmack
- Begründen Sie optional, was Ihnen gefällt oder nicht gefällt
- Abstimmungszeitraum: Bis zum 21. September 2026 können Sie Ihre Stimme abgeben.
Wie viel Mitsprache haben die Bürger wirklich?
Die Bürgerbeteiligung ist ein wichtiger Bestandteil des Entscheidungsprozesses – aber nicht der einzige. So läuft der Prozess ab:
Phase 1 (abgeschlossen): EU-Bürger wählten in einer Umfrage zwischen verschiedenen Motivwelten. "Europäische Kultur" und "Flüsse und Vögel" setzten sich durch.
Phase 2 (aktuell): Die laufende Abstimmung über die zehn Designentwürfe. Ihr Votum fließt in die Bewertung ein.
Phase 3 (Ende 2026): Der EZB-Rat trifft die endgültige Entscheidung. Dabei berücksichtigt das Gremium die Bürgermeinungen, aber auch technische Aspekte wie Fälschungssicherheit, Produktionskosten und Barrierefreiheit.
Die Bürgerbeteiligung ist also ein wichtiger Faktor, aber die finale Entscheidung liegt beim EZB-Rat. Ihre Stimme wird gehört und hat Gewicht – die Verantwortlichen wollen ein Design, das von den Menschen akzeptiert und geschätzt wird.
Wann kommen die neuen Euro-Scheine in Umlauf?
Nach der Designentscheidung Ende 2026 beginnt die technische Umsetzung. Die neuen Banknoten werden erst in einigen Jahren in Umlauf gebracht – ein genauer Termin steht noch nicht fest. Die Produktion moderner Banknoten mit hochkomplexen Sicherheitsmerkmalen braucht Zeit.
Die alten Euro-Scheine bleiben selbstverständlich gültig und werden schrittweise aus dem Verkehr gezogen.
Bargeld bleibt wichtig – trotz Digitalisierung
Viele Menschen sorgen sich, dass Bargeld langfristig verschwinden könnte. Tatsächlich bezahlen die Deutschen laut einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI bereits 65 Prozent ihrer Umsätze digital mit Karte oder Smartphone – nur noch 33 Prozent mit Scheinen und Münzen.
Die EZB betont jedoch klar: Bargeld bleibt! Auch der geplante digitale Euro soll Bargeld nur ergänzen, nicht ersetzen. Das aktuelle Gesetzespaket zum digitalen Euro sieht sogar eine Annahmepflicht sowohl für Bargeld als auch für den digitalen Euro vor.
Die Neugestaltung der Banknoten ist ein klares Signal: Die EZB investiert in die Zukunft des Bargeldes und nimmt die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger ernst.