Papierindustrie wieder im Aufschwung

Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie befindet sich wieder im Aufschwung. Die teilweise deutlichen Produktions- und Absatzrückgänge des letzten Jahres konnten im ersten Halbjahr 2021 in vielen Bereichen wieder abgefedert werden. Gleichzeitig belasten hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie Versorgungsengpässe die Branche.

Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie befindet sich wieder im Aufschwung
© Die Papierindustrie e.V.
06.08.2021
Quelle:  Firmennews

Sowohl die Produktion (+6,3 %) als auch der Gesamtabsatz (+6,8 %) verzeichneten über alle Sorten spürbar ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Auftragseingänge sind im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 15,8 % gestiegen. Die Situation bei den einzelnen Sorten ist dabei unterschiedlich.

Die Produktion von Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke nahm über alle Sorten um 7,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Im zweiten Quartal hat jedoch insbesondere die Wiederbelebung des Konsums und der Dienstleistungen zu deutlich gestiegener Nachfrage und Produktion geführt.

Nach starken Einbrüchen im vergangenen Jahr ist die Produktionsmenge bei den Grafischen Papieren von Januar bis Juni 2021 im Vergleich zu 2020 wieder gestiegen (+5,6 %). Hier waren in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres noch spürbare Rückgänge zu verzeichnen. Da die Kapazitäten bei den Grafischen Papieren in ganz Europa seit Jahren rückläufig sind, führt dies jedoch vereinzelt zu Lieferengpässen.

Die Technischen und Spezialpapiere entwickelten sich im ersten Halbjahr sehr dynamisch (12,5 %). Bei den Hygienepapieren wurde die Produktion gegenüber dem Vorjahr reduziert (-4,8 %). Hier dürften nach den Panikkäufen im vergangenen Jahr Lagerbestände im Handel und in privaten Haushalten eine Rolle spielen.

Vor dem Hintergrund einer wachsenden Nachfrage bereiten der Branche steigende Preise für Energie und Rohstoffen sowie Versorgungsengpässe bei Roh- und Hilfsstoffen Probleme. Strom und Gaspreise liegen deutlich über dem Niveau vor der Corona-Krise.

Beim Altpapier hat der Lockdown zu einem sichtbar geringeren Aufkommen aus Handel und Gewerbe geführt, das auch nicht durch den verstärkten Verbrauch an Verpackungen beim E-Commerce mit Privathaushalten ausgeglichen werden konnte. Entsprechend bewegen sich die Preise auf einem anhaltend hohen Niveau. Gleiches gilt für den Zellstoff, bei dem die Preise vor allem durch die starke Nachfrage aus China und die aufgeschobene Realisierung zusätzlicher Produktionskapazitäten in Mittel- und Südamerika nach oben getrieben werden.

Die Rohstoffknappheit wird durch die weltweiten Probleme im Seeverkehr und die damit verbundene Knappheit von Containern sowie massiv steigende Frachtraten befeuert. Auch der für die Papierindustrie mit Abstand wichtigste Straßentransport hat sich durch die CO2-Bepreisung des Treibstoffs sichtbar verteuert. Problematisch für den Warenverkehr sind auch die aktuellen Verzögerungen durch Straßensperrungen in den Hochwassergebieten.

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