Jahresabschluss 2022: Progroup verzeichnet Rekordumsatz in herausforderndem Umfeld

Die Wachstumskurve des Wellpappenrohpapier- und Wellpappformatherstellers zeigt weiter steil nach oben. Nach 2021 hat das Familienunternehmen auch 2022 wieder einen Rekordumsatz erwirtschaftet.

Im polnischen Stryków bilden die beiden Progroup-Werke einen der weltgrößten Produktionsstandorte für Wellpappformate.
© Progroup AG
15.05.2023
Quelle:  Firmennews

„2022 stand ganz im Zeichen steigender Energiepreise, einem deutlich abgekühlten Konsumklima und damit einer schwächelnden Nachfrage nach Verpackungen und Wellpappe. Diese Entwicklungen haben auch wir gespürt. Umso erfreulicher ist es, dass wir uns in unseren beiden Hauptgeschäftsfeldern Wellpappformate und Wellpappenrohpapiere wirtschaftlich verbessern und unseren Umsatz auf rund 1,8 Milliarden Euro steigern konnten“, so Maximilian Heindl, Vorstandsvorsitzender von Progroup. Das bedeutet für Progroup ein starkes Umsatzplus von rund 30 % im Vergleich zum Vorjahr.

Profitieren konnte das Unternehmen unter anderem von seinem Waste-to-Energy-Kraftwerk am Standort Eisenhüttenstadt. Das Kraftwerk verwertet sogenannte Rejekte thermisch – also Reststoffe, die aus der Papierproduktion und aus der Industrie stammen – und versorgt so die dortige Papiermaschine PM2 komplett mit Heißwasserdampf. Außerdem produziert das Kraftwerk Strom. Die Menge des erzeugten Stroms entspricht ca. 50 Prozent des Strombedarfs der PM2. „Wir investieren seit jeher langfristig und in nachhaltige Technologien, die uns als energieintensives Unternehmen noch unabhängiger von fossilen Brennstoffen machen. In herausfordernden Zeiten wie diesen zeichnet sich dieser Weitblick einmal mehr aus“, sagt Heindl. Um künftig noch unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu sein, baut Progroup in Sandersdorf-Brehna seit Anfang dieses Jahres das nächste Kraftwerk dieser Art. Damit spart das Unternehmen rund 80.000 Tonnen CO2 im Jahr ein. Ende 2025 soll es in Betrieb gehen.

Wachstum konsequent vorangetrieben
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist außerdem die Wachstumsstrategie, die das Familienunternehmen auch 2022 konsequent verfolgte. Bei Petersberg (nahe Pirmasens, Rheinland-Pfalz) entsteht mit PW15 derzeit das neueste Wellpappformatwerk von Progroup. Im vergangenen Jahr wurde feierlich der erste Spaten gesetzt. Ende April lud das Unternehmen zum Richtfest, im ersten Halbjahr 2024 startet voraussichtlich die Produktion. Das neue Werk wird gemeinsam mit dem langjährigen Progroup-Partner G&G Preißer Teil eines nachhaltigen Verpackungsparks: So kann Progroup ihre Wellpappformate künftig just in time über eine Direktanbindung nach nebenan liefern, wo G&G Preißer sie zu Verpackungen weiterverarbeitet. Durch die enge Verzahnung der Logistik- und Produktionsprozesse beider Unternehmen werden deutlich CO2-Emissionen und Frachtkosten eingespart.

Marktposition in Mittel- und Osteuropa gestärkt
Auch international ist Progroup weiter auf Expansionskurs. Nach dem Standort in Drizzona baut das Unternehmen im italienischen Cessalto (Venezien) mit PW16 das nächste Wellpappformatwerk. Dort entsteht ebenfalls ein nachhaltiger Verpackungspark. Baubeginn ist im zweiten Quartal 2023.

Bereits gestartet ist die Produktion im polnischen Stryków. Im Hightech-Werk PW14 laufen seit Jahresbeginn die Wellpappformate vom Band. Bis zu 200.000 Tonnen Wellpappformate werden hier pro Jahr produziert. Mit dem Nachbarwerk PW07 kommt das neue Progroup-Werk auf eine Kapazität von bis zu 825 Millionen Quadratmeter pro Jahr. Damit zählt Stryków nun zu den weltweit größten Standorten für Wellpapp-Produktion. Auch hier hat Progroup das Verpackungsparkmodell umgesetzt und beliefert über eine Förderbrücke den benachbarten Verpackungshersteller Gatner Packaging.

Zero Waste und Nachhaltigkeit im Fokus
Dieser Entwicklung folgt die steigende Mitarbeitendenzahl: Im vergangenen Jahr verzeichnete Progroup mehr als 150 Neuzugänge. Ende 2022 kam das Unternehmen so auf mehr als 1.700 Beschäftigte an seinen 15 internationalen Standorten. „Wir behalten unsere langfristig gesetzten Wachstumsziele weiterhin bei“, unterstreicht Heindl seine Pläne. Zum Jahreswechsel hat er den Vorstandsvorsitz von seinem Vater und Progroup-Gründer Jürgen Heindl übernommen und baut das Unternehmen weiter zukunftssicher aus. Außerdem für ihn im Fokus: das Thema Nachhaltigkeit. „Ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung zu übernehmen, war und ist für uns als Familienunternehmen schon immer Teil des Selbstverständnisses. Als Produzent von recyclefähigen Produkten sind wir Teil der ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft“, so Heindl. „Gleichzeitig zeigt der Klimawandel, dass wir alle unsere Anstrengungen noch weiter verstärken müssen. Wir tun das unter anderem, indem wir unsere Standorte nach einem stringenten „Zero Waste“-Prinzip aufbauen und konsequent weiterentwickeln. Immer mit dem Ziel, Abfälle zu vermeiden, CO2-Emissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.“

Nach den starken Zahlen in 2022 fällt die Prognose des Unternehmens für das aktuelle Jahr deutlich verhaltener aus. „Die Marktbedingungen werden 2023 aller Voraussicht nach nicht einfacher“, so Heindl. „Herausforderung begegnen wir aber grundsätzlich mit Zuversicht, indem wir uns weiterhin auf unsere Stärken besinnen: Zuverlässigkeit, Innovationsstärke und damit Technologieführerschaft.“

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