SteamBooster von Voith senkt Energieverbrauch im Werk Kehl von Koehler Paper
News Allgemeine News
- Der SteamBooster gewinnt die Wärme der heißen Abluft einer Beschichtungsmaschine zurück, um aus dem Kondensat etwa eine Tonne nutzbaren Dampf pro Stunde zu erzeugen.
- Die maßgeschneiderte Anlage von Voith reduziert die Kesselbelastung, senkt die Energiekosten und verringert die CO2-Emissionen.
- Seit der Inbetriebnahme im Juni 2025 ermöglichte das dreistufige Wärmerückgewinnungskonzept einschließlich des SteamBoosters CO2-Einsparungen von bis zu 1.500 Tonnen pro Jahr.
Im Werk Kehl von Koehler Paper in Deutschland wandelt der SteamBooster von Voith Abwärme in wertvollen Prozessdampf um. Die schlüsselfertige Lösung ist ein zentraler Bestandteil eines dreistufigen Wärmerückgewinnungskonzepts zur Reduzierung des Erdgasverbrauchs im Werk. Das seit Juni 2025 in Betrieb befindliche Wärmerückgewinnungskonzept ermöglicht CO2-Einsparungen von bis zu 1.500 Tonnen pro Jahr.
Rückgewinnung wertvoller Energie und Reduzierung von CO2-Emissionen
Im Werk Kehl ist der SteamBooster an der Offline-Streichmaschine SM 8 in der Produktionsanlage für maschinenglasierte Spezialpapiere installiert, die mit den berührungslosen MCB-Trocknern von Voith ausgestattet ist. Beim Beschichtungsprozess entsteht Abwärme mit Temperaturen von bis zu 300 °C. Bislang blieb ein Großteil dieser Energie ungenutzt.
Seit der Installation des SteamBoosters wird die heiße Abluft aus den Trocknern über einen Wärmetauscher geführt. Die zurückgewonnene Wärme wird genutzt, um aus Kondensat Dampf zu erzeugen, der anschließend wieder in den Produktionsprozess eingespeist wird. Das maßgeschneiderte System erzeugt rund eine Tonne Dampf pro Stunde und reduziert dadurch den Bedarf an Frischdampf sowie die entsprechenden Energiekosten.
Bewährte Technologie zur Wärmerückgewinnung in neuem Umfeld
Die bewährte Technologie von Voith, die ursprünglich zur Energierückgewinnung aus Tissue-Trockenhauben entwickelt und patentiert wurde, wurde für den Einsatz bei allen Arten von Papiermaschinen weiterentwickelt. Das Konzept eignet sich grundsätzlich für alle Papiermaschinen mit Ablufttemperaturen von über 100 °C. Die Wärme kann dabei sowohl aus Heißlufttrocknern als auch aus Vakuumgebläsen stammen.
Die Installation ist unkompliziert. Das System lässt sich während regulärer Wartungsstillstände problemlos in bestehende Maschinen nachrüsten oder in neue Anlagen integrieren. In einer durchschnittlichen Papierfabrik ermöglicht der SteamBooster je nach Anlagenkonfiguration die Rückgewinnung von einer bis fünf Tonnen Dampf pro Stunde. Die Amortisationszeit liegt in der Regel bei weniger als zwei Jahren.
Dekarbonisierung energieintensiver Prozesse
In Kehl haben Voith und Koehler Paper gemeinsam eine der weltweit effizientesten Produktionsanlagen für Spezialpapier realisiert. Die langjährige Zusammenarbeit hat zahlreiche energieeffiziente Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Papierproduktion hervorgebracht. Das Projekt in Kehl zeigt, welches Einsparpotenzial die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Hochtemperatur-Abwärme in der Papierproduktion bietet.
Angesichts des zunehmenden Drucks auf die Papierindustrie, energieintensive Prozesse zu dekarbonisieren, hat Voith ein umfassendes Portfolio an Wärmerückgewinnungssystemen, Wärmeelektrifizierungstechnologie, Dienstleistungen und digitalen Lösungen entwickelt. Die Lösungen sind auf eine einfache Integration ausgelegt und helfen Papierherstellern dabei, ihren Energieverbrauch und ihre CO2-Emissionen erheblich zu senken.
„Wir sind beeindruckt von der schnellen und einfachen Installation des SteamBoosters. Wie wir es aufgrund unserer langjährigen Partnerschaft mit Voith erwartet haben, verlief der gesamte Prozess reibungslos und hat hat die Energieeffizienz unseres Werks deutlich verbessert“, sagt Dr. Mario Vollmer, Innovationsmanager Energie bei der Koehler-Gruppe.
Bei Voith beginnt der Weg zur Dekarbonisierung mit einer umfassenden Konzeptstudie und umfasst die vollständige Lieferung und Integration von Wärmeelektrifizierungs- und -rückgewinnungssystemen, die optimal auf die spezifischen Standortbedingungen und Produktionsziele abgestimmt sind. Die enge Zusammenarbeit stellt sicher, dass der gesamte Prozess aus einer Hand gesteuert, umgesetzt und betreut wird.
„SteamBooster ist eine SteamBooster ist eine wirtschaftlich attraktive Lösung, die den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen erheblich senkt. Die Technologie wird genau an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst“, erklärt Martin Dauner, Produktmanager Dampf & Kondensat bei Voith Paper. „Die Installation ist während regulärer Wartungsstillstände unkompliziert. Wie zahlreiche Installationen zeigen, kann eine durchschnittliche Papierfabrik mit einer Amortisationszeit von unter zwei Jahren rechnen.“