Die Hiobsbotschaft: Ursprung und Bedeutung einer biblischen Redewendung

Eine Hiobsbotschaft ist eine Nachricht, die ihren Empfänger mit katastrophalem Inhalt niederschmettert. Doch woher stammt dieser Begriff, der so fest in unserem Sprachgebrauch verankert ist? Die Antwort findet sich im Alten Testament der Bibel.

Hiob
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09.02.2026
Quelle:  Verschiedene Quellen im Internet

Wer war Hiob?

Hiob war ein wohlhabender, frommer Mann, der im Alten Testament als gottesfürchtig und rechtschaffen beschrieben wird. Er führte ein gesegnetes Leben mit zehn Kindern, großem Besitz an Vieh und vielen Knechten. Sein Leben war geprägt von Wohlstand und einem festen Glauben an Gott.

Das Gespräch zwischen Gott und dem Teufel

Die Hiobsgeschichte beginnt mit einem ungewöhnlichen Dialog im Himmel. Der Teufel behauptet gegenüber Gott, dass Menschen wie Hiob nur deshalb gottesfürchtig seien, weil es ihnen gut gehe. Würden Leid und Unglück über sie hereinbrechen, würden sie sich von Gott abwenden. Um diese Behauptung zu prüfen, erlaubt Gott dem Teufel, Hiobs Glauben durch Leid auf die Probe zu stellen.

Die vier Hiobsbotschaften

Was folgt, ist eine Serie von vier verheerenden Nachrichten, die Hiob in kurzer Folge erreichen. Diese vier Botschaften werden zum Inbegriff der "Hiobsbotschaft":

  • Seine Rinder wurden gestohlen und seine Knechte erschlagen
  • Seine Schafe und weitere Knechte verbrannten durch Feuer vom Himmel
  • Seine Kamele wurden geraubt und die übrigen Knechte getötet
  • Ein Sturm zerstörte das Haus, in dem seine Kinder feierten, und alle zehn starben

Jede dieser Nachrichten wird von einem Boten überbracht, der als einziger überlebt hat, um die schreckliche Kunde zu überbringen.

Hiobs Reaktion auf die Schicksalsschläge

Trotz dieser vernichtenden Schicksalsschläge reagierte Hiob nicht wie vom Teufel erwartet. Selbst als er zusätzlich mit schmerzhaften Geschwüren am ganzen Körper geschlagen wurde, hielt er an seinem Glauben fest. Seine berühmten Worte "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen; der Name des Herrn sei gelobt" (Hiob 1,21) zeugen von seiner unerschütterlichen Treue zu Gott.

Obwohl Hiob mit Gott haderte und Fragen stellte, verzweifelte er nicht endgültig. Er blieb standhaft in seiner Überzeugung und wurde am Ende für seine Treue belohnt: Gott gab ihm alles Verlorene doppelt zurück.

Die Redewendung heute

Im Laufe der Zeit wurde die Leidensgeschichte Hiobs zum sprichwörtlichen Ausdruck für schwere Schicksalsschläge. Eine "Hiobsbotschaft" bezeichnet heute eine Nachricht mit katastrophalem Inhalt, die den Empfänger tief erschüttert. Früher wurde auch der Begriff "Hiobspost" verwendet.

Die Geschichte Hiobs erinnert daran, dass selbst in den dunkelsten Stunden Hoffnung bestehen kann – eine zeitlose Botschaft, die über die reine Redewendung hinausgeht.