Was sind Tarotkarten? Geschichte, Bedeutung und Verwendung erklärt
News News-Blog
Tarotkarten faszinieren Menschen seit Jahrhunderten. Doch was steckt hinter den mystischen Karten mit ihren symbolreichen Bildern? Viele Menschen verbinden Tarot ausschließlich mit Wahrsagerei, dabei haben die Karten eine viel komplexere Geschichte.
Die Entstehung der Tarotkarten
Tarotkarten entstanden im 15. Jahrhundert in Norditalien. Die ersten dokumentierten Karten stammen aus dem Zeitraum 1418-1425 und wurden ursprünglich "Trionfi" genannt. Diese frühen Kartenspiele entstanden in den fürstlichen Familien der Este in Ferrara und der Visconti in Mailand.
Das Wort "Tarot" selbst erschien erst 1505 parallel in Frankreich und Italien. Die Wortherkunft bleibt umstritten - es könnte vom französischen "tarotée" (kariert) oder von den "tares" (Punkten auf Kartenrückseiten) stammen.
Spielkarten oder Wahrsagekarten?
Ursprünglich waren Tarotkarten reine Spielkarten. Bis Ende des 18. Jahrhunderts dienten sie ausschließlich dem Kartenspiel, ähnlich wie heutige Skat- oder Pokerkarten. Das Tarot-Spiel wurde im 18. Jahrhundert international sehr beliebt.
Die Verwendung als Wahrsagekarten begann erst 1781, als der Schweizer Geistliche Antoine Court de Gébelin das Buch "Le monde primitif" veröffentlichte. Er deutete die Symbole des Marseille-Tarots als Zeichen ägyptischer Mysterien - eine Theorie, die wissenschaftlich nicht belegt werden konnte.
Aufbau der Tarotkarten
Ein vollständiges Tarot-Deck besteht aus 78 Karten:
Große Arkana (22 Karten): Die Trumpfkarten mit symbolischen Darstellungen wie Der Narr, Der Magier oder Die Welt. Diese Karten zeigen universelle Lebenserfahrungen und Bewusstseinsstufen.
Kleine Arkana (56 Karten): Vier Farben mit je 14 Karten - ähnlich normalen Spielkarten. Die Farben sind Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen, die den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde entsprechen.
Die bekanntesten Tarot-Decks
Marseille-Tarot: Das älteste noch verwendete Deck aus dem 16. Jahrhundert mit einfachen, farbigen Holzschnitten.
Rider-Waite-Tarot: 1910 von Arthur Edward Waite und Pamela Colman Smith entwickelt. Dieses Deck illustriert auch die Zahlenkarten szenisch und ist heute am weitesten verbreitet.
Crowley-Thoth-Tarot: In den 1940er Jahren von Aleister Crowley und Lady Frieda Harris geschaffen. Es enthält komplexe esoterische Symbolik.
Moderne Verwendung
Heute nutzen Menschen Tarotkarten hauptsächlich für:
- Selbstreflexion: Die Karten dienen als Spiegel innerer Prozesse und Gefühle
- Psychologische Beratung: Manche Therapeuten verwenden Tarot als projektives Verfahren
- Spirituelle Praxis: Meditation und persönliche Entwicklung
- Unterhaltung: Gesellschaftsspiel oder Kartenspiel
Die meisten modernen Tarot-Praktiker verstehen die Karten nicht als Wahrsageinstrument, sondern als Werkzeug zur Selbsterkenntnis. Die Bilder regen Assoziationen an und helfen dabei, unbewusste Gedanken und Gefühle zu erkennen.