Gezinkte Karten: Alles über Markierungen, Strategien und Rechtliches
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Gezinkte Karten sind Spielkarten mit unauffälligen Markierungen, die es Eingeweihten ermöglichen, den Wert verdeckter Karten zu erkennen. Der Begriff stammt aus dem Rotwelsch der Landstreicher und fahrenden Handwerker, die mit sogenannten "Zinken" Häuser markierten, um Nachfolgern Informationen über die Bewohner zu übermitteln. In den USA werden solche manipulierten Karten als "readers", "papers" oder "doctored decks" bezeichnet.
Wie werden Karten gezinkt?
Es existieren zahlreiche Methoden, um Spielkarten zu markieren:
- Handelsübliche Karten können auf der Rückseite durch leichte Bleistiftstriche oder Kratzer gekennzeichnet werden
- Bei maschinell hergestellten Karten werden oft subtile Veränderungen am Rückenmuster vorgenommen
- Modernere Techniken umfassen "luminous readers" mit speziellen Farbmarkierungen, die nur mit polarisierten oder rotfilternden Brillen erkennbar sind
- Manche Karten nutzen 3D-Effekte, bei denen der Kartenwert durch bestimmte Fokussierung sichtbar wird
Im 19. Jahrhundert feilten Falschspieler sogar ihre Fingerkuppen ab, um durch Stiche markierte Karten ertasten zu können
Wer verwendet gezinkte Karten?
Primär werden gezinkte Karten für zwei Zwecke eingesetzt:
- Von Falschspielern beim betrügerischen Kartenspielen um Geld
- Von Zauberkünstlern für verblüffende Kartentricks
Interessanterweise dienen gezinkte Karten weniger zum Ausspähen fremder Blätter, sondern helfen dem Geber zu erkennen, wem er bestimmte Karten austeilt oder welche Karte auf einem Stapel liegt.
Kann man gezinkte Karten kaufen?
Gezinkte Karten sind tatsächlich käuflich erwerbbar:
- Große US-amerikanische Kartenhersteller produzieren seit 1830 auch für den Falschspielerbedarf
- Es gibt einen legalen Markt für solche Spezialkarten, besonders für Zauberkünstler
- Falschspieler verbreiten manipulierte Karten oft, indem sie diese an Spielorten "vergessen" oder Wirten günstige Kartenspiele im Großpack verkaufen
Sind gezinkte Karten strafbar?
Die rechtliche Situation ist interessant:
- Der Einsatz gezinkter Karten beim Spiel um Geld erfüllt den Tatbestand des Betrugs
- Herstellung und Verkauf sind grundsätzlich legal
- Allerdings kann der Handel unter Umständen als Beihilfe zum Betrug gewertet werden
- In den USA war bis in die 1960er Jahre der Versand gezinkter Karten durch die US-Bundespost aufgrund spezieller Postgesetze verboten
Wie schützt man sich vor gezinkten Karten?
Bei Spielen um höhere Geldbeträge empfiehlt es sich:
- Regelmäßig neue Kartenspiele zu verwenden
- In Casinos werden Spiele laufend erneuert oder wie beim Bakkarat nur einmal benutzt
- Das "Riffeln" (Durchrauschen) der Karten kann manchmal Unregelmäßigkeiten aufdecken
- Bei professionell markierten Spielen ist eine Erkennung jedoch selbst bei genauer Prüfung kaum möglich
Gezinkte Karten bleiben ein faszinierendes Thema zwischen Betrug und Zauberkunst – ein Bereich, in dem Fingerfertigkeit, Täuschung und psychologisches Geschick zusammenkommen.